Diese Leistungen sind in der Grundversicherung gedeckt

  
Alternativ-Medizin Arzt Ausland Badekur Medikamente Mutterschaft Pflege Physiotherapie Prävention Psychotherapie Spital Transport Zahnarzt
Alternativ-Medizin
Alternativ-Medizin

Behandlungen mit erfahrungs-, komplementär- oder naturmedizinischen Methoden sind in der Grundversicherung gedeckt, wenn die Heilmethode als wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich anerkannt ist. Kassenpflichtig sind auch alternative Heilmittel, die vom behandelnden Arzt verschrieben werden und in der Spezialitätenliste enthalten sind.

Zwischen 2012 und 2017 werden folgende alternative Methoden erneut temporär in den Leistungskatalog der Grundversicherung aufgenommen, um deren Wirksamkeit zu überprüfen: Homöopathie, Anthroposophische Medizin, Phytotherapie, Traditionelle Chinesische Medizin und Neuraltherapie nach Huneke. Anschliessend wird entschieden werden, ob diese Methoden der Komplementärmedizin künftig dauerhaft über die Grundversicherung vergütet werden oder nicht.

Wer sich bereits heute nach einer dieser Methoden behandeln lässt, muss die Kosten dafür entweder selber tragen oder eine entsprechende Zusatzversicherung abschliessen.     

Arzt
Arzt ambulant

Aus der Grundversicherung werden alle Behandlungen vergütet, die von einem Arzt oder einer Ärztin vorgenommen werden. Daneben können auch andere Personen (z.B. Physiotherapeuten/-innen, Ergotherapeuten/-innen) im Auftrag des Arztes oder der Ärztin bestimmte Leistungen erbringen.

Wer sich nicht am Wohn- oder am Arbeitsort behandeln lässt, muss mit ungedeckten Kosten rechnen. Diese Einschränkung gilt nicht bei Notfällen.     

Ausland
Auslandschutz

Bei einem Notfall im Ausland zahlt die Grundversicherung maximal doppelt so viel, wie die gleiche Behandlung in der Schweiz gekostet hätte. Für Arzt- und Spitalkosten innerhalb Europas sind Sie mit der Grundversicherung meist ausreichend abgedeckt. Bei Überseereisen ist ein zusätzlicher Versicherungsschutz aber unerlässlich.

Auf Reisen in EU- und EFTA-Länder müssen Sie bei Notfällen die "Europäische Krankenversicherungskarte" vorweisen, sonst müssen Sie die Kosten gleich vor Ort bezahlen.

Bei Bedarf können Sie den Auslandschutz mit einer Krankenpflegezusatzversicherung oder einer separaten, zeitlich begrenzten Ferien- und  Reiseversicherung erweitern.     

Badekur
Badekuren

An die Kosten von ärztlich verordneten Badekuren leistet die Grundversicherung während höchstens 21 Tagen pro Kalenderjahr einen Beitrag von 10 Franken pro Tag. Die Kosten für Arzt, Medikamente und (anerkannte) Therapien werden voll übernommen.     

Medikamente
Medikamente

Die Grundversicherung übernimmt sämtliche Medikamente, die von einem Arzt oder einer Ärztin verschrieben werden und die in der  Spezialitätenliste aufgeführt sind. Auch einzelne homöopathische Medikamente sowie Generika sind kassenpflichtig.

Wer sich ein Originalmedikament statt ein gleichwertiges Generikum verschreiben lässt, muss einen Selbstbehalt von 20% bezahlen (höchstens 700 Franken pro Jahr für Erwachsene und 350 Franken für Kinder und Jugendliche).

Über einen Krankenpflegezusatz werden auch einzelne Medikamente vergütet, welche die Kriterien für eine Zulassung in die Spezialitätenliste (noch) nicht erfüllen.     

Mutterschaft
Mutterschaft

Die Grundversicherung übernimmt neben den Geburtskosten in der allgemeinen Abteilung im Wohnkanton auch 7 Routineuntersuchungen (inkl. 2 Ultraschalluntersuchen) sowie 1 Nachkontrolle und 3 Stillberatungen.

Wer einen bestimmten Gynäkologen für die Geburt wählen möchte, braucht unter Umständen eine Spitalzusatzversicherung für die halbprivate oder private Abteilung (Karenzfristen beachten!).     

Pflege
Pflege/Spitex

Die Grundversicherung leistet kantonal unterschiedliche Beiträge an die Kosten von Pflegeleistungen zu Hause (Spitex) oder im Pflegeheim. Ärzte oder Ärztinnen können ohne weiteres bis zu 60 Spitex-Stunden pro Quartal verordnen. Weitere Pflegestunden müssen von der Krankenkasse bewilligt werden.

Die Kostenbeteiligung im Pflegeheim richtet sich nach dem Umfang der benötigten Pflegeleistungen. Aufenthalt und Verpflegung im Pflegeheim sind nicht gedeckt.     

Physiotherapie
Physiotherapie

Die Kosten für Physiotherapie sind in der Grundversicherung gedeckt, wenn die Behandlung ärztlich verordnet wurde und von einer zugelassenen Physiotherapeutin oder einem Physiotherapeuten durchgeführt wird.  Es können bis zu 12 Sitzungen innerhalb von drei Monaten verschrieben werden. Falls erforderlich, kann der Arzt oder die Ärztin eine Fortsetzung der Behandlung anordnen.

Im Unterschied zur Physiotherapie kann die Behandlung durch Chiropraktorinnen und Chiropraktoren ohne ärztliche Verordnung erfolgen.     

Prävention
Prävention

Impfungen:
(z.B. Tetanus, Diphtherie, Röteln, Masern, Mumps, Kinderlähmung, Grippeimpfung bei über 65-Jährigen).

Gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen:
alle 3 Jahre (sofern zuvor zwei Jahreskontrollen ohne Befund waren).

Mammographie:
alle zwei Jahre für Frauen ab 50, jedes Jahr für Frauen, deren Mutter, Tochter oder Schwester an Brustkrebs erkrankt sind.

Alle diese Leistungen sind kassenpflichtig, auch wenn kein Verdacht auf eine Erkrankung besteht. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann weitere Untersuchungen anordnen, wenn es Anhaltspunkte für eine Erkrankung gibt.

Zusatzversicherung     

Psychotherapie
Psychotherapie

Die Grundversicherung übernimmt die Kosten für Psychotherapien nach Methoden, deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist. Bedingung ist zudem, dass die Behandlungen durch einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Kinder- und Jugendpsychiatrie erfolgen.

Behandlungen durch nichtärztliche Therapeuten werden nur dann übernommen, wenn sie unter ärztlicher Aufsicht stattfinden (so genannte «delegierte Psychotherapie»). Erfordert eine Psychotherapie mehr als zehn Sitzungen (inkl. Abklärungssitzungen), werden weitere Sitzungen nur nach vorheriger Kostengutsprache der Krankenkasse übernommen.

Für die Behandlung durch nichtärztliche Therapeutinnen und Therapeuten ohne ärztliche Aufsicht benötigen Sie einen Krankenpflegezusatz.     

Spital
Spital

Die Grundversicherung bezahlt die Behandlung und den Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung eines Spitals im Wohnkanton, das in der kantonalen Spitalliste aufgeführt ist. Allgemeine Abteilung bedeutet in der Regel, dass Sie im Mehrbettzimmer untergebracht sind und den Ihnen zugeteilten Arzt akzeptieren müssen. In Notfällen gilt die Deckung in der ganzen Schweiz, sofern ein Heimtransport nicht möglich ist, sowie mit begrenzten Leistungen auch im Ausland.

Wenn Ihnen freie Arzt- und Spitalwahl wichtig ist oder wenn Sie mehr Privatsphäre im Spital möchten (1- oder 2-Bett-Zimmer), können Sie eine freiwillige Spitalzusatzversicherung abschliessen. Die wichtigsten Spitalzusätze sind diejenigen für die allgemeine Abteilung ganze Schweiz, halbprivate oder private Abteilung. Daneben gibt es aber auch Spezialmodelle wie die Hotellerieversicherung, die Versicherung mit flexibler Spitalabteilungswahl oder die Privatarztversicherung.     

Transport
Transporte

Die Grundversicherung unterscheidet  zwischen «Rettung» und «Transport». Bei einer Rettung wird der Versicherte aus einer lebensbedrohlichen Lage gerettet (z.B. nach einem Bergunfall oder bei einem Herzinfarkt).

An medizinisch notwendige Rettungsaktionen bezahlt die Grundversicherung die Hälfte, maximal 5'000 Franken pro Jahr. Wenn die Umstände einen Ambulanztransport erfordern, aber keine unmittelbare Lebensgefahr besteht, bezahlt die Grundversicherung wiederum die Hälfte, höchstens aber 500 Franken pro Jahr.

Transportkosten für eine Spitalverlegung, z.B. für spezielle Untersuchungen, sind vollumfänglich gedeckt. Wem diese Leistungen zu gering sind, kann die Deckung für Transportkosten über eine Zusatzversicherung erweitern.     

Zahnarzt
Zahnarzt

Die Grundversicherung vergütet die Behandlungskosten nur in bestimmten Fällen, z.B. schweren Erkrankungen des Kausystems, Allgemeinerkrankungen (Leukämie, Herzoperation etc.) oder wenn nach Unfällen keine andere Versicherung die Behandlungskosten deckt. Zahnfüllungen bei Karies, das Ziehen von Weisheitszähnen, Amalgamsanierungen oder die Korrektur von Zahnstellungen (Zahnspangen bei Kindern) werden nicht übernommen.

Spezialversicherungen für normale Abnützungsschäden (z.B. durch Karies) lohnen sich in der Regel nicht. Zahnstellungskorrekturen für Kinder sollte man dagegen über einen Krankenpflegezusatz versichern.